Montag, 22. September 2014

Minoru-Feintuning; oder wie man eine Kapuze richtig anpasst

Bereits im Frühjahr nähte ich meine Minoru Jacke nach dem Schnitt von Sewaholic. Ich nähte sie aus einem atmungsaktiven, wasserabweisenden Funktionsstoff (Zeeland von Aktivstoffe). Mein Gedanke war, einen Ersatz für meine ungeliebte, aber praktische Outdoorjacke zu nähen.


Soweit so gut....oder auch nicht. Jetzt ereilte meine Jacke und mich das Schicksal, welches jede Hobbyschneiderin fürchtet: es zeigten sich Mängel, die Trenn- und Nachbesserungsarbeiten nötig machten. Och nö!

Mal abgesehen davon, dass ich die Taschenbeutel im Saum versehentlich mitgefasst habe, habe ich das Taillengummi zu straff gezogen. Das sah zwar tailierter aus, führte aber dazu, dass die Jacke immer hochrutschte. Außerdem sah die Jacke im offen getragenen Zustand extrem bescheuert aus.
Was aber auch eine mittlere Katastrophe war, war die Passform der Kapuze. Hier kommt ein Bild vom Vorher-Zustand.

Wie sie sehen, ich sehe nichts (und der Spiegel bedarf der Reinigung).


Am Samstag habe ich mich - erkältet - an das Feintuning gemacht. Zunächst habe ich den Saum getrennt. Das Taillengummi gelockert und die Taschenbeutel befreit, dann wieder gesäumt. Baustelle 1 beseitigt.

Danach ging es der Kapuze an den Kragen. Zunächst habe ich den vorderen Kapuzensaum einmal umgeschlagen und abgesteppt, d.h. einen Tunnel genäht. An beide Enden des Tunnels habe ich kleine Knopflöcher genäht und eine Gummikordel eingezogen, die sich an beiden Seiten mit Stoppern regulieren lässt.



Das ist schon mal besser, aber das Sichtfeld ist immer noch stark eingeschränkt. Im nächsten Schritt muss daher das Volumen der Kapuze reguliert werden. Ich habe mir das an meiner Kaufjacke angesehen und diese Lösung etwas abgewandelt übernommen.

Zuerst habe ich auf der Kapuzeninnenseite einen Tunnel aus Futterstoff erstmal nur aufgesteckt. Anhand der Markierungen (Stecknadeln) konnte ich die Mitte des Tunnelbereiches auf der Außenseite der Kapuze markieren und habe hier ein kleines Knopfloch genäht. Dann habe ich den Tunnel an den Längsseiten auf der Kapuzeninnenseite festgenäht, eine Gummikordel durchgezogen (auch nach aussen), die Gummikordel an den kurzen Seiten des Tunnels festgesteppt und die Kordel von außen mit einem Stopper regulierbar gemacht.


Das Ergebnis sieht dann so aus

Jippie yeah! Ich kann wieder sehen!

Im Prinzip könnte ich mich ärgern, dass ich diese Änderungen so lange vor mir hergeschoben habe und seit Monaten eine nicht tragbare Jacke im Schrank hängen hatte. Letzendlich waren die Änderungen relativ schnell und schmerzlos erledigt.

So, und jetzt gehe ich mal den Spiegel putzen!


1 Kommentar:

  1. Die Kapuzenänderung ist gut geworden.
    Ich habe vor ein paar Tagen den Schnitt abgepaust und die Kapuze kam mir schon sehr groß vor... ich schau mal was ich da vorm Zuschnitt noch ändere. Danke für den Hinweis.

    Lieber Gruß, Muriel

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