Sonntag, 26. Juli 2015

Shirts nähen ist langweilig und lohnt sich nicht?

Häufig liest man, dass sich Shirts nähen überhaupt nicht lohnen würde, da man sie ja auch für nen Appel und ein Ei kaufen kann und außerdem der Langweilefaktor sehr groß sei. Ich kann dem überhaupt nicht zustimmen.

1. Den Preis für "billige" Shirts zahlt immer jemand. Ich möchte das gar nicht vertiefen, Ihr wisst von was ich spreche. Ich bin nicht bereit, das zu unterstützen und nähe auch deshalb lieber selbst für mich. Außerdem ärgere ich mich bei Kaufshirts über verzogene Seitennähte, aufgehende Säume usw.

2. Shirts zu nähen ist natürlich deutlich schneller als das Nähen eines Kleides, einer Hose oder einer Jacke/Mantel. Aber a) ist es ein herrliches Zwischendurch-schneller-Erfolg-Projekt und b) kommt es auf das Shirt an.

Für passionierte Kleiderträgerinnen sind Shirts natürlich nicht sonderlich interessant. Wer aber wie ich gerne auch Hosen oder Rock trägt, kommt an Shirts kaum vorbei.

Ich zeige heute mal eine Auswahl von Shirts, die ich in den letzten Monaten genäht habe.

Den Anfang macht mein Discokugel-Shirt. Genäht habe ich es aus einem Pailetten-Jersey und einem farblich passenden Baumwolljersey. Die Farbe ist in echt mehr rauchig-taubenblau. Der Schnitt ist aus der Ottobre 05/2008 und ich habe ihn bereits mehrfach genäht. Als das Shirt fertig war, war ich erst etwas geschockt. Nichts gegen Glitzer, aber DAS war mir dann doch ein bisschen viel. Als Shirt für Parties und zum Weggehen ist es jedoch super.

Das nächste Shirt ist die "Discokugel-light". Der Schnitt ist Summer-Basic aus der Ottobre 02/213. Die Ärmel sind angeschnitten (es näht sich also noch schneller) und die Passform ist um die Mitte rum locker und umspielt die Polster und Röllchen. Verarbeitet habe ich einen dunkelblauen Baumwolljersey und habe aus dem Rest des Pailettenjerseys drei Sterne mit der Negativ-Applikationstechnik integriert, ein schönes Detail. Eine Anleitung für diese Technik gibt es auf der Farbenmix-Seite.

Und um zu zeigen, dass der gleiche Schnitt mit anderen Stoffen/Details immer anders wirkt folgen jetzt noch drei Shirts nach dem Summer-Basic-Ottobre-Schnitt.

Ganz schlicht aus einem beerenfarbenen Baumwolljersey mit Pünktchen.
Hier aus einem silbrig grauen Viskosjersey mit aufgenähtem Faltenband aus dem gleichen Jersey. Das Foto zeigt das Shirt im ungewaschenen Zustand. Nach dem Waschen hat sich das Band, wie gewünscht, ganz wunderbar eingerollt und verpasst dem Shirt einen echten Hingucker.
Und hier nochmal ganz schlicht, aber aus einem Hammerjersey, schwarz mit weißen, grauen, türkisen und blauen Punkten. Die Bündchen sind aus schwarzem Jersey.

Bei dem Schnitt habe ich nach dem ersten Shirt den Ausschnitt verschmälert, da es sonst die BH-Träger zeigt.

Und zu guter letzt noch ein Shirt nach meinem Basis-Shirt-Schnitt Fanö von Schnittreif. Hier habe ich einen rosa Häkelspitzenstoff mit passendem Jersey kombiniert. Ich habe den Spitzenstoff anhand der Passe, die man bei dem Schnitt nähen kann, zugeschnitten. Die Spitze dann auf den Jersey gelegt und als eine Lage verarbeitet. Das Shirt sieht sehr schön zu Jeans und auch in Kombi mit meinem dunkelblauen Blazer aus.

Vielleicht konnte ich Euch ein wenig inspirieren. Es lohnt sich wirklich ein paar Shirtschnitte für sich herauszusuchen und anzupassen. Mit wenig Zeitaufwand lassen sich dann tolle Ergänzungen für die Garderobe nähen.




Kommentare:

  1. Schöne Shirts allesamt!
    Ich nähe auch gerne Shirts, bei mir sind es meistens Nähphasen, die ich durchlaufe. Mal nähe ich gerne Shirts, dann kommt eine Kinderklamottenphase, dann vielleicht Hosen, dann Kleider...
    Ich glaube, jetzt, wo ich von deinen Ausführungen so inspiriert bin, kann mal wieder eine Shirtphase kommen.
    Liebe Grüße
    Julia

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  2. Also, ich finde Shirtsnähen nicht langweilig, wie Du schon sagst, ein schönes Zwischendurch-schneller-Erfolg-Projekt. Und ich kaufe nienienie wieder Shirts in irgendeinem Laden, die machen mich nur unzufrieden.
    Ich liebe meine selbstgenähten Shirts, die behalten wenigstens ihre Form und verdrehen sich nicht. Und so gesehen sind sie auch günstig (und besser verarbeitet), vorausgesetzt man rechnet nicht seine 'Arbeitszeit'. Reiner Materialeinsatz.

    Deine Ausbeute der letzten Wochen finde ich richtig toll!

    Liebe Grüße und bis bald,
    Simone

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  3. Deine Shirts sind alle sehr schön! Ich nähe sehr oft Shirts - einfache, weil ich auch nicht auf Kosten von anderen billige Shirts kaufen möchte - und raffinierte, weil es viel Spaß macht, sich Details auszudenken oder besondere Stoffe zu verwenden. Außerdem finde ich es oft sehr entspannend, sich nicht größer mit Schnittanpassungemn beschäftigen zu müssen.
    LG
    Susanne

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  4. Meine Shirts selber nähen zu können, ist für mich immer wieder ein irrsinniges Erfolgserlebnis. Nur Unterhosen bescheren mir ein ähnliches Gefühl der Selbstermächtigung.
    Meine Shirts sind in der Regel nicht so raffiniert wie deine gezeigten, machen mich aber trotzdem glücklich.
    Ich kaufe mir da eher einen Mantel, als ein Shirt. Die Mäntel kriege ich nicht so gut hin, wie meine Shirts.
    LG,
    Claudia

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  5. Ich sehe das mit den shirts wie du. Darum Nähe ich ab und zu auch eines. Noch n Bild aufgebügelt, passt. Und dein pailettenjersey ist ja der Hammer! Schöne Shirts!
    Liebe Grüße, Sylvie

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  6. Eine hübsche Auswahl hast du dir da genäht.
    Deine Ansicht teile ich. Mir macht es auch Spaß, zwischendurch ein Shirt in der Farbe und in dem Schnitt zu nähen, wie ich mir das vorgestellt habe.
    LG von Susanne

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  7. Ach, ach, wenn ich das so sehe, muss ich doch mal meine Jersey-Aversion besiegen. Also zum Tragen finde ich Jersey-Shirts ja voll gut, aber ich komme mit der Verarbeitung einfach nicht klar. seufz. Deine Shirts sind eins toller als das andere.
    LG Lotti

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