Freitag, 8. Januar 2016

Brot und Butter?

Siebenhundertsachen (ich habe das Frau davor weggelassen. Magst Du nicht so gerne, oder?) ruft zum kollektiven Brot und Butter nähen auf.

Da ich mittlerweile fast nur noch Brot und Butter nähe, fragte ich mich, ob und warum ich mich daran beteiligen soll. Wie Ihr an diesem Post seht, habe ich mich aber zur Teilnahme entschlossen, denn gemeinschaftliche Aktionen ohne Zeitdruck mag ich.

Warum eigentlich Brot und Butter?

Vor ca. 1 1/2 Jahren fing ich an mit meiner selbst genähten Garderobe zu hadern. Nicht, dass mir nicht gefiel, was ich nähte, aber vieles davon blieb einfach nur im Schrank hängen und ich hatte immer noch das Gefühl, eigentlich nie was zum Anziehen zu haben. Wie konnte das denn sein? Angefixt durch den optischen Overload an schicken Kleidern, tollen Schnitten, ausgefallenen Stoffen, die mir im Netz begegneten, habe ich einfach darauf los genäht. Die genähten Kleider haben dann nicht immer etwas mit mir und meinem Leben zu tun gehabt. Aber selber machen ist auch ausprobieren.

In meinem Alltag gehe ich an zwei Tagen in der Woche ins Büro. Wenn hier nicht gerade "wichtige" Meetings und Besprechungen anstehen, ist casual chic angemessen. Meistens trage ich im Büro Kleider, Rock oder eine schickere Jeans-Kombi (Jacket etc.). An den drei anderen Wochentage arbeite ich vom Homeoffice aus. Zu Hause möchte ich es bequem und warm. Meistens sitze ich stundenlang vor dem Rechner und dann fährt der Kreislauf auf Sparflamme und ich fange an zu frösteln.

Ein wahrer Durchbruch war für mich das Entdecken des Ginger-Jeans-Schnittes. Damit konnte ich mir endlich meine heißgeliebten Jeanshosen selber nähen und sie passen einfach perfekt. Kombiniert mit selbst genähten Oberteilen ist so meine Übergangs-Alltags-Kombi entstanden. Wenn wir hier Übergangswetter haben - und das haben wir ja so ca. zu 80% des Jahres - ziehe ich lieber Hosen an. Im Sommer trage ich auch zu Hause überwiegend Kleider und Röcke, denn im Sommer brauch ich keine Strumpfhose. Leggins zu Rock oder Kleid mag ich an mir nicht.

Jetzt ist es aber so, dass Jeans-Oberteil-Kombis auch schnell langweilig sein können. Und langweilig und unschein- oder gar unsichtbar möchte ich nun wirklich nicht sein. Andererseits möchte ich auch nicht, DIE mit der kreischig, ausgefallenen Garderobe sein, die SEHT HER schreit (vielleicht nur manchmal ein bisschen).

Was fehlt mir denn noch?

1 schwarze schmale Ginger

1 Low-Waist Ginger-Jeans, damit man weitere Oberteile auch mal leicht in den vorderen Bund stecken kann (ich altes Fashion-Victim) und das sieht an den anderen Highwaist-Jeanshosen nicht gut an mir aus.

1 Allround-Kleid, dass ich sowohl mit Shirt drunter, als auch mit Cardigan drüber und auch ohne wärmende Zusatzschichten tragen kann. Hier denke ich an das Anna-Dress.

1 schöne (!) Übergangsjacke oder einen Trench. Ich habe nur Wollmäntel unterschiedlicher Wärmestufen und eine Funktionsjacke (aber selbst genäht). Mir schwebt ein dunkelblauer Trench mit weißen oder roten Details vor.

Und Oberteile natürlich! Wieviel oder was....ich weiß es noch nicht.

Für die Annäherung am nächsten Wochenende ist schon mal die schwarze Ginger eingeplant.

Was ich auch mal gerne machen möchte ist, mir einen Tag Zeit nehmen - vielleicht auch nur ein halber - und meinen Kleiderschrank mit allen Schuhen durchzuforsten und verschiedene Kombis von jedem Kleidungsstück anzuprobieren und zu fotografieren. Ich glaube, dass das sehr hilfreich sein kann bei der weiteren Planung und etwaige Lücken aufzeigt. Jetzt muss ich nur noch Zeit dafür finden....

Kommentare:

  1. Meine Liebe, wie schön, dass du dich entschlossen hast, mitzumachen. Tatsächlich warst du ja eine derjenigen, die mich überhaupt auf das Thema gebracht hat und da ist es schön, dass sich der Kreis so schließt. Du bist ja wirklich schon recht weit in der Schaffung deiner Brot-und-Butter-Garderobe (ähnlich wie Karin auch bei mir kommentierte, dass sie das schon sehr konsequent macht).
    Eine Jacke, ja das ist ja in der Tat ein dankbares Alltags-Kleidungsstück, kaum etwas trägt man mehr, da lohnt auch Zeit reinzustecken und vorher genau nachzudenken.
    Bzgl des Anna Dresses: Ich kenne Leute, die finden, dass die angeschnittenen Ärmel doof sind mit Strickjacke drüber. Mich stört das nicht, wenn die sich da was knautschen, wollte es aber erwähnen. Bei Shirt drunter sind natürlich gerade die Ärmel ein Plus, weil sie weiter sind, also normale kurze Ärmelchen.
    Bis zum Wochenende und liebste Grüße

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  2. Schön, auch Dich dabei zu haben! Ich bin schon so gespannt auf alles, was da an "Basics" entstehen wird. Hosen hab ich ja auch geplant, die Ginger ist mir aber glaube ich zu skinny.

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  3. Ich sehe, ihr habt da einiges an Erfahrungswerten voraus. Wie gut, dass es diesen Sew Along gleich zu Beginn meiner Nähkarriere gibt ;) LG

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  4. Du bist ja tatsächlich schon sehr weit biem Brot-und-Butter-Nähen, wie toll! Ginger-Jeans und Anna Dress sind zwei Schnitte, die ich schon lange im Hinterkopf habe und schöne Oberteilschnitte suche ich immer. Ich bin gespannt, welche Teile bei dir entstehen.
    Die Idee, mögliche Kombis zu fotografieren, die der Kleiderschrank hergibt, gefällt mir sehr. Ich merke, dass ich häufig die gleichen Sachen kombiniere.
    Liebe Grüße
    Christiane

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  5. Oh, ich bin freudig gespannt!!! Was für eine Liste! - Und werde dir am Wochenende beim Ginger-Nähen sehr über die Schulter schauen... Habe ich mich bisher nicht rangetraut...
    Freue mich, dich hier zu lesen und am WE zu sehen!
    LG Ella (wildnaht)

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  6. Ha, beim Jeansnähen werde ich mich dann einfach an dich halten, dann klappt das schon (: Und du sprichst so zuversichtlich davon (:
    Das Anna Dress interessiert mich natürlich auch sehr, das werde ich irgendwann auch nähen.
    Alles Liebe, Freja.

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  7. Einen Trench in Dunkelblau mit roten Details kann ich mir sehr gut vorstellen, bei weiß zu dunkelblau wäre ich skeptisch, weil Dunkelblau zum Glück nicht so schmutzempfindlich ist und die weißen Details sicher jeden Fleck anziehen, kann aber auch sein, ich gehe da zusehr von meiner drecklastigen Arbeit aus.
    Dass du auch die Ginger nähst finde ich natürlich toll, da kann ich mal nachschauen, wenn ich verzweifle.
    Liebe Grüße
    Sylvia

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  8. Es scheint da so einen Näh-Zyklus zu geben, durch den wir alle durch müssen. Mir ging es ja vorletztes Jahr genauso, dass ich zwar einiges genäht, aber nichts zum Anziehen hatte. Da ich letztes dann mehr oder weniger Brot und Butter genäht habe, werde ich hier nicht teilnehmen, finde es aber spannend, bei den anderen zu beobachten. Deine Ginger möchte ich sehr gern sehen!

    LG
    anne

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