Mittwoch, 4. Juli 2018

Me Made Mittwoch: Charlie Caftan

Schon lange schlich ich um den Schnitt Charlie Caftan von Closet Case Patterns herum. Auch wenn mich die neuesten Schnittmuster nicht umgehauen haben, bin ich grundsätzlich ein großer Fan von Heather Lous Designs.

Im Stofflager befand sich ein Baumwoll-Leinen-Synthetik Mix aus Wolbeck in ausreichender Menge. Von Anfang an war klar, dass es die sehr cleane Version A des Schnittes sein sollte. Für diese Version eignet sich definitiv ein Stoff mit etwas Stand/Struktur.
Quelle: Closet Case Patterns

An dem Schnitt habe ich bis auf etwas Längenzugabe nichts verändert. Auch die Ausschnitttiefe habe ich belassen, wie sie war und finde das auch absolut ok. Nähen lässt sich der Charlie Caftan sehr einfach, bis auf das einzusetzende Front Panel. Ich hatte dies auf vielen Blogs gelesen und schließe mich an. Es ist keine Hexerei, verlangt aber seeeehr exaktes Übertragen der Markierungen und seeeehr exaktes Nähen. Das ist aber auch wirklich schon die einzige Hürde bei diesem Schnitt, die sich auch durch das sehr gute Tutorial auf dem Blog von Closet Case Patterns bewältigen lässt.

Schon bevor ich das Kleid überhaupt zugeschnitten hatte, war mir klar, dass der eigentlich hübsche Hellblau-Ton in Kombination mit dem Schnitt und mir kritisch sein könnte. Ich befürchtete OP-Hemdchen-Alarm und ich hatte Recht. So war direkt klar, dass ich den Stoff einfärbe. Außerdem spukte mir zu diesem Kleid immer die Vision einer Shibori-Ausführung im Kopf herum. Zufällig traf es sich, dass die kreativen Köpfe bei den Stoffspielereien im Mai das Thema Japan aufgegriffen hatten und Gabi tolle Experimente mit der Shibori-Technik gezeigt hatte. Die Stoffspielereien verfolge ich immer sehr interessiert und nehme mir immer vor, mal etwas von den Inspirationen in meine Werke einfließen zu lassen. Ha, und jetzt war der Moment gekommen!

Bevor die erste Naht genäht war, überlegte ich noch, ob ich direkt mit dunkelblauem Garn nähen sollte, habe mich aber für helles Garn entschieden, da ich mir den Kontrast zum gefärbten Stoff gut vorstellen konnte. Da das Nähgarn idR ein Synthetikgarn ist, nimmt es die Stofffarbe nicht an und bleibt in der ursprünglichen Farbe.

Ich beschloss nur an der Saumkante des Kleides eine Art Shibori-Bordüre einzubauen. Dazu habe ich auf dem Stoff Markierungen mit dem Frixxion-Pilot-Stift angebracht, damit die Anordnung einigermaßen geordnet und nicht zu wild wird.

Dann habe ich an jeder Markierung eine Kunststoffperle eingebunden. Abgebunden habe ich die Perlen mit ganz kleinen Haargummis (die Loombänder gibt es bei uns nicht mehr). Wichtig ist, dass die Gummis ziemlich fest sitzen.



Danach habe ich das Kleid sicherheitshalber in ein Wäschenetz gepackt und mit der Farbe in die Waschmaschine geschmissen. Nach einer bangen Waschzeit (würde die Färbung klappen und würde meine Waschmaschine wieder jemals sauber sein....) konnte ich mein Päckchen auspacken ;-)




Es ist wirklich genau so geworden, wie ich es mir vorgestellt habe und ich bin sehr glücklich mit dem schönen, luftigen Kleid. Die Waschmaschine hat es auch überlebt. Einziger Nachteil des Kleides ist, dass es durch den engeren Rock nicht gut zum Fahrradfahren geeignet ist. Aber dann ziehe ich mich eben zum Radfahren um...pfh.

Und da heute auf dem Me Made Mittwoch Blog die Koffer gepackt werden, kommt mein Kleid auch mit hinein. Wir haben in den Sommerferien nur einen Städtetrip nach Amsterdam mit der Familie geplant und dafür ist mein Kleid doch wirklich gut geeignet.

Dienstag, 3. Juli 2018

#12xmemade Ergebnisse Mai und Juni

Zum Glück hat Muriel der schönen 12xmemade-Aktion von Chrissy ein neues Zuhause auf ihrem Blog gegeben. Vielen Dank nochmal dafür! Im letzten Monat habe ich es nicht geschafft, meine Ergebnisse vorzustellen, so dass ich das heute in einem Post zusammenfassen möchte.

Der Mai war bei mir ein extrem produktiver Monat


Auf den Bildern sind zu sehen: meine fertig gestellte Chobe-Bag (es fehlte noch der Lederhenkel), eine Melonen-Maseike, ein Kleid nach Vogue1027, das Burda-Top 110 aus der Ausgabe 05/2017, zweimal das Top Lizzy, eine Jeansshorts nach dem Ginger-Schnitt, ein Ajaccio-T-Shirt und unten noch zwei Maseike T-Shirts, von denen es keine Tragefotos gibt.

Der Juni war auch produktiv, aber sehr zweigeteilt, was die Ergebnisse betrifft. Dominierten im Mai die Shirts (ein Hoch auf Basics!), habe ich im Juni vor allem Kleider genäht. Das anhaltende Sommerwetter verlangt einfach danach, oder?

Sehr begeistert bin ich von dem Jerseykleid Martha von Schnittmuster Berlin. Das Kleid hat eine sehr vorteilhafte Drapierung am Bauch und ist sehr schnell genäht.

Dann habe ich endlich den Schnitt Charlie Caftan von Closet Case Patterns genäht. Das fertige Kleid sieht allerdings ganz anders aus, als auf diesem Foto; ihr könnt es morgen beim MeMadeMittwoch sehen ;-)

Im Bild links leider ein kompletter Total-Ausfall: mein erstes Inari Dress von Named aus einem sehr geliebten Stoff. Leider passt das Kleid hinten und vorne nicht. Rechts daneben, soweit man es erkennen kann, das Hotsummer-Dress von Schneidermeistern. Dieser Schnitt hat mich sehr positiv überrascht. Das ist wohl mein "Inari-Ersatz".

Da mir das Burda Top aus dem Mai so gut gefiel, habe ich direkt noch eine Version aus einem vermeintlich besseren Viskose-Webstoff genäht. Tja, leider war der Stoff totaler Müll und das schöne Top hat die erste Wäsche nicht überlebt, somit Teil 2 für die Tonne.


Das 3. Teil für die Tonne war eine Shirtbluse nach dem Schnitt Frau Mia von FritziSchnittreif. Ich hatte noch einen Meter beerenfarbenes Double-Gauze-Babywindel-Musselin rumliegen und habe das dafür genommen. Ohweia, das ging mal gar nicht. Der Stoff trägt sich zwar angenehm, die Optik und der Fall sind aber überhaupt nicht mein Ding. Es gibt auch kein Foto davon.

Abschließen möchte ich allerdings mit etwas Positivem: die Bluse Frau Yoko von Schnittreif. Genäht aus einem Viskose-Coupon vom Maastrichter Markt. Die Bluse gefällt mir von der Passform her sehr gut und sie trägt sich ganz wunderbar.

Mittlerweile habe ich meine Stoffbilanz auch wieder ausgeglichen. Nach dem Besuch des Marktes in Maastricht mit Karin, war die Eingangs-Seite etwas aus dem Ruder gelaufen....*ähem*. Krass ist, dass ich schon wieder Stoffbedarf habe...ich könnte noch schönen Viskosestoff brauchen....

Der Juli steht allerdings mehr unter dem Motto "Nähen für Andere". Meine Tochter braucht noch ein bisschen was für das Zeltlager und hat auch so den ein oder anderen Wunsch angemeldet...die Zeiten, in denen selbstgenähte Sachen uncool waren, sind evtl. ein bisschen vorbei ;-)))

Alle Ergebnisse aus Juni sammelt Muriel hier.